TS 0821 grossLiebe Leser*innen,


viele Stichwörter standen auf unserer Redaktionstafel: Beziehung zum Gegenüber, zu dem, was ich tue, zur Natur, zu Gott und natürlich: zu sich selbst. Achtsamkeit, Freiheit, Entscheidungen treffen… Das Thema erwies sich als schwer greifbar für unsere Zeitung, wie sich auch in der Anzahl und Art der eingereichten Beiträge zeigte. Zu groß? Zu nah? Mehrfach hörten wir: Ich habe etwas geschrieben, aber es ist mir zu persönlich, das möchte ich nicht veröffentlichen. Möglicherweise spielen deshalb in so vielen Artikeln Tiere eine wesentliche Rolle?

Vielleicht hat es aber auch mit der merkwürdigen Zeit zu tun, in der wir buchstäblich „stecken“. Manche nennen es „Corona-Lethargie“. Die Lockerungen sind da, aber die Gewöhnung an Rückzug, Entschleunigung und Kontaktbeschränkung lässt manches etwas weniger geschmeidig erscheinen.

Aber vielleicht ist der - schon seit einigen Ausgaben zu beobachtende
- geringere Zustrom an Beiträgen auch ein Ausdruck davon, dass auch die LichtSeiten-Idee (eine regelmäßig erscheinende Zeitung, in der jede*r inspirierende, aufbauende Geschichten und Erfahrungen und Gedanken veröffentlichen kann) dem überall wirkenden Wandel folgt. Alles hat seine Zeit. Wird jetzt etwas anderes gebraucht? Wir gehen mit dieser Frage weiter.

Für diesmal freuen wir uns über die bunte Mischung an Beiträgen
und wünschen euch ein anregendes Lesevergnügen!  


die LichtSeiten-Redaktion


(Klicken Sie auf das Bild, dann können Sie im Heft blättern)


 

Und hier ist eine kleine Artikelauswahl:


LS 0821 S06
Meine außergewöhnliche Beziehung zu einer Frau, die ich persönlich nicht kennen gelernt habe...

von Regina Nana Schimazek

Auf dem Büchertisch meiner Kunsttherapiegruppe
im Jahr 2009 sah ich ihr Porträt auf ihrem Buch:
Tanz Ausdruck und Heilung. Es sprach mich sofort an. Als ich darin blätterte, begann ich den faszinierenden Weg einer Frau zu verfolgen, die sich selbst vom Krebs heilte...und andere Menschen.

(Foto von Anna Halprin)

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Be-zieh-ungen von Nuriama Lichterstein

Vor meinem inneren Auge sehe ich um mich herum ein Gespinst aus unzähligen
unendlich feinen goldenen Fäden. Ich sitze mittendrin und plötzlich zieht es an einem
der Fäden. Meine Aufmerksamkeit wandert dorthin, ich ziehe auch ein bisschen, eine
Be-zieh-ung entsteht.

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LS 0821 S09Meine Beziehung zu meinem Kater in der anderen Welt

Nuriama Lichterstein im Gespräch mit Deborah Maren Petersen

Wir sitzen auf einer Bank auf einer kleinen Halbinsel, geschützt und beschattet von Bäumen, und begleitet vom Gezwitscher etlicher Vögel. Ein sehr würdiger Ort für solch ein Gespräch.

N Du hast mit zwei Katzen gelebt, die ganz
besonders waren und sind, eine davon
bezeichnest du heute als einen Lehrer und
er schreibt dir Briefe.

D Im Jahr 2000 kam Fairy. Als ich sie bei meinem Nachbarn sah, habe ich zu ihr gesagt: „Du wirst meine Katze“. Da hat sie mich gleich abgeleckt und es war sofort Liebe. Osito ist das Kind von Fairy, sie war noch kein Jahr alt, als er zur Welt kam. Sie hat ihn ein halbes Jahr lang gestillt, da sie ein weiteres Mal schwanger wurde, die Kinder aber nicht behalten konnte. Danach musste sie sich abgrenzen von ihm, was nicht leicht war für sie und auch nicht für Osito. Er sagte später zu mir: „Dann nahm ich dich an als Menschenmama“, wobei Fairy immer die Mutter blieb.

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LS 0821 S12
Der 25. August 1988 von Heike Erdmann

"You look tired" sagte der Mann im Informationsbüro.
Recht hatte er. Ich war müde und erschöpft nach diesem
Abenteuer.

Morgens um 8.00 Uhr startete der Greyhound-
Bus, vierzig Minuten später stand ich am Eingang des Elk-Island Nationalparks - gefühlt mitten im Nirgendwo (der Park ist 194 Quadratkilometer groß und als einziger in
Kanada eingezäunt).
Ich wanderte auf der Suche nach meinen gewünschten Fotomotiven, den Wald-Bisons, im Park auf einem Trail entlang, fand sie nicht und ging schließlich Richtung Eingang zurück - und dort standen sie. Ein Bulle, zwei Kälber und sechs Kühe bzw. Jährlinge. Da die Bisons vom Highway aus zu sehen waren, hielten einige Autos, Menschen stiegen aus und gingen geradewegs auf die Tiere zu.
Der Bulle reagierte und griff an.


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