KindSein von Angelika Ruba

LS012 Kinder KindSein

 

‚Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder,
werdet ihr das Himmelreich nicht erlangen‘

 

 

 

 

Meine Kindheit ist Vergangenheit. Diese Vergangenheit erschaffe ich mir aus sie fügt sich zusammen aus Bildern und Erinnerungen und führt mich letztendlich zu denGefühlen, die mich dann glauben lassen, meine Kindheit sei wahr. Die Kindheit war eine Zeit in meinem Leben und wenn ich mich so daran erinnere, sehe ich oft die Schatten der Erwachsenen von damals, wie sie sich übermächtig in meine große Off enheit legen. In diesen Erinnerungen fühlt sich Kindheit durchaus wie eine Krankheit an.

Etwas anderes erfahre ich, wenn ich Kontakt zu meinem KindSein aufnehme, das sich irgendwie außerhalb von Zeit und Raum befi ndet. Ja, da steht dieses eine Wiesenschaumkraut auf der Wiese, zwischen tausend anderen, aber dieses eine hat es mir angetan. Ich bin mit ihm auf gleicher Augenhöhe und ertaste mit all meinen Sinnen seine Schönheit von innen. Ich erfahre, wie liebevoll es sich mir öff net und ich erkenne in meiner kindlichen Weisheit, wie alles in Liebe miteinander verbunden ist. Und da sitze ich mit meiner Großmutter zusammen in ihrem großen Sessel und sie breitet vor mir zum zigsten Male die wenigen geretteten Bilder ihrer Vergangenheit aus. Ich fühle ihre Traurigkeit, genieße die Nähe zu ihrem alten, warmen Körper, fühle ihre Liebe zu all den Menschen dort auf den vergilbten Fotos, bin vertrauensvoll so tief mit ihr verbunden.

In diesem Kontakt mit meinem KindSein fl ießt etwas Heilendes in mich ein, nichts Trennendes, etwas, was alles annehmen kann. Meine große Off enheit darf sein, da stellt sich nichts gegen mein TraurigSein, mein FreudeSein, mein ÄrgerSein, mein Kraftvoll- und mein LiebeSein. Dieses KindSein ist für mich Heil-, HeiligSein.

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