OrionnebelStille im Sturm von  Betina Hengstermann

In mir sagt alles, dass ich Liebe bin, eingebunden in einem individuellen Sein, verbunden durch diese Liebe mit allem, was ist.
Das was ich bin, hat nichts mit meinen Körper, Namen,  Wohnort oder meiner Wohnung zu tun, auch nicht mit dem, was ich habe. Mein Sein definiert sich auch nicht über das, was ich tue oder lasse, in mir ist nichts als Stille.
Auch wenn der Sturm der Gedanken um mich herum tobt, das was ich bin, ist immer unberührt davon. Wenn ich die Gedanken ziehen lasse, dann bleibt nichts als Frieden. Wenn ich aufhöre, mich an meinen Gedanken krampfhaft fest zu halten, kann die Angst, welche dadurch ausgelöst wurde, ebenfalls weiter ziehen und alles ist im Fluss vom Werden und Vergehen.
Was auch immer in meinem Leben geschieht - das was ich bin, bleibt stets davon unberührt. So kommt es, dass am Ende nur Frieden ist, denn ich erkenne dass, das was ich bin, dem gegenüber gleichgültig ist, was immer da „draußen“ geschieht.
Liebe  und Frieden bleibt von allem unberührt. Die Liebe fordert nichts und erwartet auch nichts, sie wertet nicht, sie beobachtet nur. Ich gebe der Stille in mir mehr Raum und lasse es zu, dass sie mich erfüllt und der Gedankensturm hat keinen Einfluss mehr auf mich.
Ich werde innerlich ruhig und lausche dieser Stille. Das ist es, was ich wirklich bin. In ihr liegt alles und nichts, Sein und Nichtsein, der Anfang und das Ende, Alpha und Omega. Dort liegt die Weisheit, die  Wahrheit und das Licht aus dem ich komme und in das ich stets wieder hinein gehe.
Ich erlaube mir immer wieder, in diese Stille zu gehen und mich selbst zu fühlen, nur dann kann ich erneut hinausgehen und mein Leben fortführen. Ich bleibe dabei immer wieder bei mir und lasse die Welt wie sie ist, dann kann ich im Vertrauen darauf, dass immer alles gut ist, den Sturm weiter ziehen lassen. Ich bleibe in meiner Mitte, und bin somit der Fels in der Brandung.

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Ausgabe 17 - 01.09.2019
Wandel
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und Anzeigenschluß
am 31.07.2019