„Wandel“ von Angelika Vollbrecht

Wandel, Wechsel, Änderung. Manchmal fürchte ich mich davor, denn das Neue, das entsteht, kenne ich noch nicht. Ich kann es nicht einschätzen. Mir fehlt die Orientierung, die Ordnung. Und doch:

Manchmal sehne ich diesen Wandel herbei. Wünsche mir eine Änderung. Einen Wechsel. Wenn ich diesen Wandel möchte, dann bin ich tatkräftig. Mutig. Dann fällt es mir leicht, die nächsten Schritte zu gehen.

Als Kind fand ich es furchtbar, dass für unsere Terrassenmöbel Tropenhölzer gerodet wurden. Ich hatte Angst, dass mir später die Luft zum Leben fehlt, wenn alle Bäume weg sind. Wir haben uns als Klasse während einer Projektwoche mit dem Thema auseinandergesetzt und ich war auch von Rüdiger Nehberg und seinem Kampf für die Yanomami-Indianer begeistert. Und was sagte mein Vater dazu? „Du kannst die Welt nicht retten!“ Wie schade. Und wie wahr. Ich, ganz alleine, und dann noch Schulkind, sollte die Welt retten? Utopie!

Und nun bin ich erwachsen. Es gibt Greta! Das gibt mir Hoffnung. Doch dann höre ich, dass in Brasilien Urwald in ungeahnten Größen bedroht ist. Und schon ist der Hoffnungsschimmer weg. Wie schade.

Allerdings bin ich nun ein Pioneer of Change. Ohne das Internet wäre es nicht möglich gewesen.

Vor ungefähr zwei Jahren las ich in einer Email des Permakultur-Netzwerkes von einem Online-Summit. Das Summit wurde von Pioneers of Change organisiert. Dass diese Gruppe keine Sekte ist, bestätigte mir mein Vater ganz schnell (Ach, es ist schön, auch als Erwachsene, behütet zu werden.) Bei dem Summit waren unter anderem Dr. Gerald Hüther und Vivian Dittmar Interviewpartner von Martin Kirchner. Beide bewundere ich sehr: Herrn Dr. Hüther für sein Buch „Würde“ und Frau Dittmar für ihr Buch „Gefühle und Emotionen – Eine Gebrauchsanweisung“. Und es gefiel mir, dass alle Beteiligten sich für eine enkeltaugliche Zukunft einsetzen. Jeder auf seine Art und Weise.

Auch die Charta von Pioneers of Change (PoC) hat mich begeistert. Sie finden sie unter https://pioneersofchange.org/charta/.

Verbundenheit, Vertrauen, und viele unterschiedliche Lösungsansätze für Nachhaltigkeit. Das haben wir gemeinsam und ich habe wieder Zuversicht und Hoffnung gewonnen. Ich bin begeistert und strahle. Meine Tatkraft ist geweckt. Gemeinwohl-Ökonomie, eine Änderung des Schulsystems, Gewaltfreie Kommunikation, Co-Housing und viele, viele Vorbilder. Ganz spontan habe ich Regionaltreffen angeboten. Damit vor Ort Vernetzung geschehen kann. Damit wir uns gegenseitig ermutigen, einen Standpunkt einzunehmen.

Und ich bin dankbar, dass ich in einer Gemeinschaft bin. Das wir so viele sind. Nur eines wundert mich: zu den Treffen kommen keine Menschen aus meiner Nachbarschaft. Wieso erreiche ich sie nicht? Sind wir zu spät dran? Haben so viele Menschen schon resigniert? Oder fürchten Sie sich vor dem Neuen, das entstehen könnte? Ich kenne Sie (noch) nicht. Ich kann es nicht einschätzen.

Doch ich weiß, ich brauche SIE. Es heißt doch: „Denn nichts von Bedeutung, wurde je allein erreicht“. Im Grunde genommen sind doch wir, sind ALLE Menschen Pioneers of Change.

Auch SIE sind auch ein Pioneer of Change, denn Sie leben, Sie atmen und Sie haben Wünsche und Träume. So wie ich. Darum hoffe ich, dass ich SIE ermutigen kann, so dass SIE Ihren Standpunkt in der Welt einnehmen und sich zeigen. Denn gemeinsam sind wir: Der Wandel.