Mutterland - ein Film über ein Matriarchat in Indonesien

In West-Sumatra, Indonesien, befindet sich die Heimat der Minangkabau. Mit mehreren Millionen bilden sie die größte matriarchale Gesellschaft der Welt. Sie leben nach dem Adat, dem mütterlichen Naturrecht - in friedlichem Zusammenleben mit dem Islam. Haus, Hof und Land liegen in den Händen der Frauen. Der Film gibt einen Einblick in den Alltag aus der Perspektive der 33-jährigen Yelfia Susanti, die es versteht, mit ihrem großen Klan für Ausgleich und ein gutes Leben für alle zu sorgen.
Der Film zeigt, wie es sich anfühlen kann, wenn die weiblichen Eigenschaften im Vordergrund des Lebens stehen. Mütterlichkeit, Geborgenheit, Füreinander-da-sein innerhalb der Klans sind die hervorstechenden Merkmale. Große Feste in überlieferter Tradition dienen dazu, dass sich die Klans auch untereinander austauschen und ihre Verbindungen festigen. Bis zu 5 Generationen leben in einem Haushalt. Die Alten werden hoch geachtet und sind ein ganz normaler Teil der Familie. Jeder fühlt sich eingebunden in das Ganze und das hat System. So gibt es dort keine Polizei, keine Gerichte. Es wird auch eine Hochzeitsfeier gezeigt. Eines der Hochzeitsrituale ist eine berührende Geste: Das Brautpaar füttert sich gegenseitig als Zeichen des gleichwertigen Daseins, gegenseitigen sich Kümmerns und Versorgens.
Sollte mal einer aus der Gemeinschaft aus egoistischen Gründen ausscheren wollen, wird er zurückgeholt, indem ihm bewusst gemacht wird, dass er ja ein Teil von der Gemeinschaft ist und auch für ihn die Geborgenheit der Gemeinschaft in einer anderen Lebensphase, z.B. im Alter, da ist.
Was mich als Mann besonders berührt hat: Die Männer sind keine "Bestimmer, Besitzer, Herrscher", innerhalb der Familien sind sie väterliche Freunde der Kinder. Die Männer zeigen eine tiefe innere Zufriedenheit, weil sie nichts beweisen müssen. Die Menschen wirken alle sehr entspannt und von einer tiefen Zugewandtheit und gegenseitigen Wertschätzung. Der Fokus der Menschen ist auf das gerichtet, was sie verbindet und nicht auf das was sie trennt, letzteres ist vaterländisches Denken. Dieser Film könnte helfen, dass wir uns alle in Richtung „Menschenland“ bewegen… Dazu dann mehr in den LichtSeiten im Jahr 2576 :-) ?
RL

LichtMomente

EWILPA - Ein Park voller essbarer Wildpflanzen

Es gibt sie bereits in Kemnath-Waldeck (Bayern), Bad Pyrmont (Niedersachsen) und Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) und weitere sind in Planung. In diesen EssbareWILdpflanzenPArks besteht die Möglichkeit zum kostenfreien Sammeln von Wildkraut, -gemüse, essbaren Blüten und Blättern, Wildobst und Beeren, Nüssen und Waldbaumfrüchten. Es gibt erklärende Schautafeln und er kann auch zum grünen "Klassenzimmer" und Ort für soziales Miteinander werden. Wichtig ist gute Erreichbarkeit, damit das Sammeln - wie Einkaufen - in den Alltag integriert werden kann. Die Vision von Dr. Markus Strauß ist die Realisierung von 4.000 solcher Parks in ganz Deutschland. Hört sich erstmal utopisch an, nimmt jedoch in ihrer Umsetzung Fahrt auf, da sich immer mehr Menschen neben Waldbaden und Wildkräuterführungen diese "moderne Allmende" wünschen und nach Wegen zur Umsetzung in ihren Städten und Gemeinden suchen.

Die von Dr. Markus Strauß initiierte Stiftung EssbareWILdpflanzenPArks möchte in Zusammenarbeit mit fachkundigen Paten vor Ort die Parks gründen und verwalten. Diese kontrolliert verwilderten Flächen werden zu einem artenreichen Biotop und sind so wertvoller Lebensraum für einheimische Pflanzen und Tiere. Gestaltung und Artenauswahl orientieren sich an den natürlichen Gegebenheiten, so ist der Pflegeaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Parks oder landwirtschaftlichen Nutzflächen gering. Antworten auf erste Fragen gibt die ausführliche Webseite www.ewilpa.net .

Buchempfehlung     

Alois Prinz "Dietrich Bonhoeffer - Sei frei und handle"

Von Alois Prinz habe ich schon einige Biographien gelesen, die er auch für Jugendliche verständlich schreibt. Auch diese Biographie ist m.E. wichtig für diejenigen, die den 2. Weltkrieg nicht bewusst miterlebt haben, bzw. für die er nur Geschichte ist.

Dietrich Bonhoeffer wurde 1906 geboren. Als einziger seiner sieben Geschwister studierte er Theologie und war bei Ausbruch des Krieges 32 Jahre alt. Er war also 1938 in einem Alter, in dem er als Soldat eingezogen werden sollte. Sein Vater, der anerkannter Professor für Psychiatrie war, nutzte seine Verbindungen, um Dietrichs Musterung zu verschieben und veranlasste, dass er bei Freunden in Amerika zeitweilig unterkam. Doch es ist bezeichnend für Bonhoeffer, dass er sich seiner Verantwortung für seine Theologie-Schüler und für Deutschlands Schicksal bewusst war, den Auslandsaufenthalt als Flucht ansah und nach einem kurzen Aufenthalt zurück nach Deutschland einschiffte.

Als Christ und Theologe leistete er Wiederstand gegen das nationalsozialistische System und gründete im Gegensatz zur institutionellen Evangelischen Kirche die "Bekennende Kirche".

Denn sowohl die katholische, als auch die evangelische Kirche unterwarfen sich der Diktatur Hitlers. Das konnte Dietrich Bonhoeffer nicht hinnehmen. Als schließlich entdeckt wird, dass er zu einer Widerstandsgruppe gehört, die ein Attentat auf Hitler plant, wird er verhaftet und in eine Zelle gesperrt. Er erlebt beides, Hoffnung und tiefes Vertrauen (siehe sein Gedicht: "Von guten Mächten wunderbar geborgen....") ebenso wie tiefe Verzweiflung, die er sich aber vor seinen Bewachern nicht anmerken lässt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird er hingerichtet. Das Leben dieses engagierten Mannes hat tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Er ist ein Beispiel dafür, dass wir immer für unser Denken und Handeln verantwortlich sind, gerade in schwierigen Zeiten!

B.H.

LichtMomente

Lied-der-Erde-Garten im Wandel – wer möchte mit-verantwortlich mit-wirken?
In diesem Garten in der Nähe von Hildesheim erschaffen Mutter Erde, die Naturwesen, die geistig-seelischen Dimensionen der Pflanzen und die Menschen seit 40 Jahren ein feines intensives Beziehungsgeflecht (siehe Seite   ). Jetzt braucht es neue tatkräftige Hände und Herzen, die daran mitwirken wollen, den Lied-der-Erde-Garten für die Erde, für sich selbst und für die neue Menschengeneration zu erhalten - besonders auch im Angesicht der derzeitigen ökologischen und gesamtgesellschaftlichen Situation unserer brennenden Erde. Was z.B. möglich wäre:
Verantwortung teilen: regelmäßige Verantwortung/Patenschaft übernehmen für ein Beet, für eine Hecke, einen Baum, einen Lieblingsplatz innerhalb der 10 Gärten im Lied der Erde, das Gästehäuschen, die Gartenküche oder auch für den Internetauftritt
Möchte jemand Sponsor sein oder einen Mäzen finden, der einen Mini-Arbeitsplatz finanziert? Denkbar wären auch regelmäßige (oder einmalige) Spenden zur Finanzierung professioneller Hilfe beim Heckenschnitt oder ähnlichen Aufgaben.
Woofer (Working-on-organic-farm): In diesem Sommer gab es erstmals 2 Wochen lang eine Wooferin, die im Lied der Erde gelebt und gearbeitet hat. Wir sind offen auch für andere Menschen, die eine Zeit lang im Lied der Erde wohnen und eine tätige Auszeit vom Alltag erleben möchten.
Wohnen Das große helle Fachwerk-Zimmer im Dachgeschoss des Lied der Erde-Hauses ist wieder frei für übergangsweise oder auch dauerhafte Mitbewohner*innen unserer 3-Generationen-Hausgemeinschaft.
Neues: Lied-der-Erde e.V. vertraut auf einen gemeinschaftlichen Wandlungsprozess, in dessen Verlauf sich vielleicht noch ganz Anderes, ganz Neues entwickeln mag…

Wenn jemand einen Ruf hört/spürt – meldet euch gern bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Infos:
www.lied-der-erde.de

Buchempfehlung: "Artgerecht"

Es ist 5 vor Paradies heißt es auf dem Cover des Buches "Artgerecht" von Dr. Markus Strauß. Erstaunlich optimistisch fand ich und las erst einmal "Artgerechte Erste Hilfe" am Ende des Buches, um danach in die "13 Thesen zur Zukunft des Homo Sapiens" einzusteigen. Der Autor schreibt: "Die schonungslose Betrachtung unseres heutigen Lebens kann (...) der Beginn eines heilsamen Prozesses sein". Die Themen umfassen dann auch sämtliche Lebensbereiche z.B. "Ehrliche Lebensmittel", "Lebendige Böden", "Echte Tierliebe" bis hin zu "Neues Miteinander", "Kindheit", "Kostbare Zeit" und schließlich "Die Gesellschaft der Zukunft". Zu jeder These gibt es einen geschichtlichen Überblick, persönliche Empfehlungen sowie Vorschläge und Lösungsansätze, was sich (nach der neolithischen, der industriellen, jetzt der digitalen) nun im Zuge der natürlichen Revolution ändern muss. Weiter enthält es interessante Hinweise zu Literatur, Filmen und Internetseiten. Der Autor macht Mut mit seinen sichtbar gemachten inneren und äußeren Wegen Richtung Paradies. Ein Beispiel sind die EWILPAs, die EßbarenWILdpflanzenParks (s. S ..). Gönnen wir uns doch ein artgerechteres Leben.

Ein Poster "Ernteplaner: Natur & Genuss" sowie Bücher über Wildpflanzen und deren Gebrauch gibt es im Hädecke Verlag und bei Droemer.

H.E.

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